Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Neues Semesterprogramm online!

Unter Abstracts oder direkt hier. Leider hat diesmal das Komprimieren keine akzeptablen Ergebnisse erbracht. Aber 10Mb sollten eure Bandbreiten schon mitmachen ;)

fub presents: Donnerstag 4. Juli 2013. Barbara Umrath. »Keine Emanzipation ohne die der Gesellschaft« Eine geschlechtertheoretische Re-Lektüre der Kritischen Theorie


Wenn man/frau von der Kritischen Theorie spricht, kommen vor allem der »autoritäre Charakter«, die »Dialektik der Aufklärung« und die »Kulturindustrie« in den Sinn. Dass sich ihre Gesellschaftskritik auch auf das Geschlechterverhältnis erstreckt, wird dabei meist übersehen. Im Vortrag soll hingegen eine geschlechtertheoretische Re-Lektüre der Kritischen Theorie unternommen werden. Der Schwerpunkt wird auf den Überlegungen zum bürgerlichen Subjekt liegen, das von der Kritischen Theorie aber nicht als »geschlechtliches Neutrum« verstanden wird. Unterschiede in der Konstitution »männlicher« und »weiblicher« Subjekte werden dabei durchaus reflektiert. Gleichzeitig beobachtet die Kritische Theorie, wie der Vortrag zeigen will, Veränderungen in der Subjektkonstitution im Zuge des »Spätkapitalismus«, die für eine kritische Einschätzung gegenwärtiger Entwicklungen im Geschlechterverhältnis fruchtbar gemacht werden können.

Barbara Umrath hat Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie studiert. Sie ist Kollegiatin im Graduiertenkolleg »Geschlechterverhältnisse – Normalisierung und Transformation« der Universität Basel und arbeitet derzeit an einer Promotion zu Geschlecht und Kritischer Theorie.

Ort: Balthasar, Balthasargässchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

fub presents: Donnerstag 27. Juni. Christoph Klein. Was ist eigentlich so „kritisch“ an der Kritischen Theorie?

Viele stolpern während ihres Studiums wenigstens einmal über den Begriff der »Kritischen Theorie«; stolpern, eben weil »Kritische Theorie« flüchtiger Neugierde kaum verständlich erscheint. Immerhin nimmt sie sich die Unverschämtheit heraus, mit erschreckender Radikalität und noch erschreckenderer Terminologie zu überfordern. Zu ihrem Verständnis müssten eigentlich erst noch Kant, Hegel und Marx studiert werden. Angesichts dieser Hürde verkehrt sich Neugierde leicht in Resignation. Der Vortrag möchte diesem bedauerlichen Umstand Rechnung tragen und einen Einstieg ermöglichen. Dabei wird der Fokus auf das gerichtet, was »Kritische« von anderer Theorie, etwa dem Positivismus oder der Metaphysik, unterscheidet. Dazu muss zunächst der Begriff der »Kritik« geklärt und bestimmt werden, was Kritische Theorie in Abgrenzung zu »traditioneller« Theoriearbeit kritisch macht. Daran soll schließlich die Relevanz radikaler Gesellschaftskritik aufgezeigt werden, wie sie u. a. von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer in der »kritischen Theorie der Gesellschaft« bezweckt wurde.

Christoph Klein studiert aktuell in Bamberg Soziologie, politische Theorie sowie (und leider immer zu wenig) Philosophie und hat seit kurzer Zeit ein wachsendes Interesse an Kritischer Theorie.

Ort: Balthasar, Balthasargässchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

Terminverschiebung!

Der Vortrag von Christine Zunke „Gesellschaftskritik ist moralisch“ findet am Donnerstag den 20. Juni 2013 nicht statt. Er wird aber am Freitag den 12. Juli 2013 nachgeholt.

fub und der Lehrstuhl für Internationale Beziehungen präsentieren: Donnerstag 13. Juni 2013. Jörg Kronauer. Die Think-Tanks der Berliner Außen- und Weltpolitik

Zwei große Think-Tanks begleiten die Aktionen der Berliner Außen- und Weltpolitik: die »Stiftung Wissenschaft und Politik« (SWP) und die »Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik« (DGAP). Ihre Analysen und Strategiepapiere bündeln Wissen und stellen es für die operative Außenpolitik bereit. Ihre Kontakte zur deutschen Industrie ermöglichen es zudem, deren Interessen in die Strategiegestaltung einfließen zu lassen. Ihre formale Regierungsferne wiederum erlaubt es ihnen, außenpolitische Sondierungen vorzunehmen und Absprachen anzubahnen, die für die staatlichen Apparate zu heikel wären und informell vorbereitet werden müssen. Dabei werden auch unterschiedliche strategische Grundentscheidungen diskutiert, die früher oder später ihren Niederschlag in der Regierungspraxis finden: Wie stark soll das transatlantische Bündnis ausgebaut werden? Soll durch die Kooperation mit Russland oder China ein Gegengewicht geschaffen werden? Die SWP hat mit dem Versuch, die syrische Opposition zu organisieren, sogar den Einstieg in das operative Geschäft gewagt. Der Vortrag informiert über die Geschichte von SWP und DGAP, über ihre aktuellen Aktivitäten und über ausgewählte von ihnen geführte Debatten.

Jörg Kronauer ist Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Er hat über Rechtsextremismus und Themen der deutschen Außenpolitik publiziert. Zuletzt hat er in der fub über »Wirksamste Instrumente der deutschen Außenpolitik. Die weltweite Einflussarbeit der parteinahen Stiftungen« gesprochen.

Ort: Balthasar, Balthasargässchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

fub presents: Donnerstag 30. Mai 2013. ATTILA CANGI: »Space, the final frontier …« Der moderne Raumbegriff in der Physik

Was versteht man unter dem Begriff des Raums in der Physik? Wie hat sich das Verständnis dieses Begriffs im Laufe der Zeit gewandelt? Und welche Relevanz besitzt er in Hinsicht auf die Beschreibung von physikalischen Prozessen?
Als Beispiel wird insbesondere der Gravitationslinseneffekt herangezogen, um den modernen Raumbegriff zu veranschaulichen und seine Anwendungen zur Beantwortung von kosmologischen Fragestellungen zu erläutern.

Attila Cangi hat Physik mit dem Schwerpunkt Kosmologie studiert und über theoretische Chemie promoviert. Derzeit forscht er am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik auf dem Gebiet der theoretischen Festkörper- und Molekülphysik.
Ort: Balthasar, Balthasargässchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

fub präsentiert: Tobias von Borcke und Wenzel Storch

Donnerstag, 16.05.
TOBIAS VON BORCKE: »Sie gehören nirgendwo dazu und sind doch überall zu Hause«.
Die Gegenwart der »Zigeuner«-Wissenschaften
Das »Forum Tsiganologische Forschung« ist am Institut für Ethnologie der Universität Leipzig angesiedelt und bezeichnet sich selbst als »einzige deutsche Institution, die sich aus ethnologischer Perspektive mit den transnationalen, nationalen und lokalen Gruppen der Roma/Zigeuner beschäftigt«. Es möchte nicht an die lange Tradition der wissenschaftlichen (Re-)Produktion antiziganistischer Stereotype anknüpfen, sondern eine differenzierte Darstellung ziganer Kulturen in ihrer Heterogenität leisten. Einer Tsiganologie auf der Höhe der Zeit dürfe es nicht um die Bestimmung eines wie auch immer gearteten Wesens der ›Zigeuner_innen« gehen, sondern darum, Minderheitengruppen in ihrem Wechselverhältnis mit der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft zu verstehen. Die Ansätze der aktuellen »Zigeuner_innen«-Wissenschaft sind allerdings durchaus heterogen: Einige Veröffentlichungen fallen durch die Kolportage von Gerüchten auf dem Niveau der Klatschpresse auf, während andere Arbeiten anti-essentialistische Ansprüche verfolgen. Aber auch ihnen gelingt es oft nicht, sich von Stereotypen zu lösen. Dies wirft die Frage auf, ob Tsiganologie jenseits antiziganistischer Klischees überhaupt möglich ist.

Tobias von Borcke studiert in Berlin Geschichte und ist in der historisch-politischen Bildungsarbeit tätig. Er ist Mitherausgeber des Sammelbandes »Antiziganistische Zustände 2. Kritische Positionen gegen gewaltvolle Verhältnisse«.
Ort: Balthasar, Balthasargässchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

Freitag, 17.05.
WENZEL STORCH:
Das kunterbunte Universum des Wenzel Storch
Wenzel Storch liest aus seinen beiden neuen Büchern und wirft dazu Schmuddelbildchen an die Wand.
»Das ist die Liebe der Prälaten« entführt die Leser_innen in die wunderbare Welt der katholischen Aufklärungs- und Anstandsliteratur. Erfahren Sie alles über Fibeln wie »Peter legt die Latte höher« und Heftchen wie »Unser Guckloch«, und erfreuen Sie sich an seltenen Messdiener-Pin-ups!
»Arno & Alice« ist ein nicht ganz jugendfreies Fake-Kinderbuch über das Arbeits- und Eheleben des Heidedichters Arno Schmidt.
Außerdem soll es um Häuser aus Wurst gehen, um Petzi, Gerhard Richter und Karl May.

Wenzel Storch ist in der Filmbranche tätig. Spielfilme: »Der Glanz dieser Tage«, »Sommer der Liebe« und »Die Reise ins Glück«. Hat zuletzt das Musikvideo »Altes Arschloch Liebe« für Bela B gedreht. Seit 2007 zahlreiche Beiträge für konkret, vorwiegend über kuriose Catholika. Wenzel Storch ist in das Goldene Buch des Bonifatiuswerkes eingetragen und immerwährendes Mitglied im Pallottiner Messbund. Zuletzt haben wir in der fub »Sommer der Liebe« gezeigt.
Ort: Balthasar, Balthasargässchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

fub presents: Donnerstag 9. Mai. FRITZ REHEIS: Entschleunigung. Die Befreiung vom Hamsterrad

Wir leiden an der Beschleunigungskrankheit. Ihre Symptome zeigen sich als Beschleunigungsfallen mit wachsendem Zerstörungspotenzial. Immer mehr Menschen spüren, wie ihr Körper und ihre Psyche, wie Partnerschaften, Familien und soziale Netze im Hamsterrad Schaden erleiden. Auch die Katastrophen von New York, Erfurt und Dresden sind Alarmsignale eines falschen Umgangs mit Zeit – mit unserer eigenen Zeit, der Zeit unserer Mitmenschen und der Zeit der außermenschlichen Natur. Auf der Suche nach neuen Maßen für den Umgang mit Zeit kann die Ökologie der Zeit weiterhelfen. Sie gibt Auskunft über körperliche und psychische, kulturelle und soziale sowie naturale Eigenzeiten und Rhythmen, ohne die nachhaltiges Leben nicht möglich ist. Die Therapie der Beschleunigungskrankheit kann sich nicht auf individuelle Entschleunigungsmaßnahmen beschränken. Diese müssen vielmehr vernetzt und politisch gestaltet werden – sowie letztlich in eine andere, zeitbewusstere Form des Wirtschaftens münden. Dafür gibt es bereits vielfältige Initiativen, die nun verknüpft werden können. Entschleunigung ist nicht mit Verzicht verbunden. Es gilt vielmehr, sich von dummen Formen des Lustgewinns zu verabschieden und die Kraft und Vielfalt der klugen Lust zu entdecken.

PD Dr. Fritz Reheis ist als selbstständiger Fachvertreter für »Didaktik der Sozialkunde« am Lehrstuhl für Politikwissenschaft I in Bamberg tätig.
Ort: Balthasar, Balthasargässchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00

fub presents: Donnerstag 5. Mai. Tilman Kallenbach. Pop-Politisierung.

Aktuell wird wieder vermehrt über das Zusammenspiel von Politik und Popkultur gesprochen. Durch Phänomene wie FREI.WILD scheint die politische Dimension der Plattensammlung noch einmal aufzuflackern. Eine der Protagonist_innen dieser Debatte ist aber ausgerechnet die Band MIA., die selbst in den frühen Nuller Jahren zur Nationalisierung des deutschen Pop beitrug. Dies wirft die Frage auf, wie viel die aktuelle Repolitisierung der Popkultur eigentlich noch mit Emanzipation zu tun hat.
Der Vortrag möchte eine grundlegende Fragestellung zum Verhältnis von Lieblingsplatte und Politik entwickeln. Dazu wird die Theoretisierung des Politischen mit »Post-Politik«, »Pop-Theorie« und aktueller linker popkultureller Praxis konfrontiert. Hieraus ergeben sich viele Fragestellungen. Ist die von Simon Reynolds beschriebene »Retromania« der Soundtrack der »Post-Politik«? Warum ist ausgerechnet Kirmes-Techno die geeignete Untermalung für Antifa-Demos? Und warum ist Unabhängigkeit eigentlich keine Lösung für moderne Babys?

Tilman Kallenbach hat in Bamberg Pädagogik studiert. Mit der fub hat er in der hier verhandelten Sache noch eine Rechnung offen. Er hat dort zuletzt über das Thema »The Moon Asked The Crow. Eine Freakfolk-Hegemonieanalyse« gesprochen.
Ort: Balthasar, Balthasargässchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

Das neue Programm ist da!

Hier online und an den üblichen Stellen auch als Druckausgabe.

Semesterprogramm SS 13