Archiv für April 2014

fub presents: Do 24. April JO­HAN­NA SCHMIDT: Psy­cho­ana­ly­se und Ge­sell­schafts­kri­tik. Eine kri­ti­sche Ein­füh­rung in die Psy­cho­ana­ly­se

Die Ein­wän­de gegen die Psy­cho­ana­ly­se – die meist schon vorab als wi­der­leg­te oder gar lä­cher­li­che Theo­rie ab­ge­tan wird – sind viel­fäl­tig: Sie steht in der Kri­tik, de­ter­mi­nis­tisch, in­di­vi­dua­lis­tisch und an­ti-​fe­mi­nis­tisch zu sein. Ihr wird vor­ge­wor­fen, den Men­schen als not­wen­di­ges Pro­dukt sei­ner Kind­heits­ent­wick­lung zu ver­ste­hen und ge­sell­schaft­li­che Ein­flüs­se auf das In­di­vi­du­um nicht hin­rei­chend ein­zu­be­zie­hen. So­zia­le Phä­no­me­ne lie­ßen sich damit nicht er­klä­ren. Au­ßer­dem kon­zen­trie­re sich die psy­cho­ana­ly­ti­sche Theo­rie auf das Männ­li­che und recht­fer­ti­ge eine In­fe­rio­ri­sie­rung von Weib­lich­keit.
Im Vor­trag sol­len – nach einer kur­zen Er­läu­te­rung psy­cho­ana­ly­ti­scher Grund­an­nah­men – sol­che Mei­nun­gen und Ein­wän­de auf ihre Rich­tig­keit über­prüft und der Frage nach­ge­gan­gen wer­den, in­wie­weit psy­cho­ana­ly­ti­sche Theo­rie für eine Ideo­lo­gie­kri­tik der mo­der­nen Ge­sell­schaft frucht­bar ge­macht wer­den kann.

Jo­han­na Schmidt lebt und stu­diert in Er­lan­gen. Theo­re­tisch steht sie der wert-​ab­spal­tungs-​kri­ti­schen Zeit­schrift EXIT! nahe. Ihre Ar­beits­schwer­punk­te sind fe­mi­nis­ti­sche Kri­tik und Psy­cho­ana­ly­se. Seit 2009 or­ga­ni­siert sie im selbst­ver­wal­te­ten Ju­gend-​ und Kul­tur­zen­trum Er­lan­gen ge­sell­schafts­kri­ti­sche Vor­trä­ge und seit 2011 an der Uni Er­lan­gen Au­to­no­me Se­mi­na­re zu fe­mi­nis­ti­scher Kri­tik, An­ti­se­mi­tis­mus sowie zur Psy­cho­ana­ly­se.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei

fub presents: Donnerstag, 17.4.: FABIAN HERBOLZHEIMER: Konsequente Demokraten statt schießwütiger Idioten. Das US-Amerikanische Waffenrecht

Selten sind sich in Deutschland bürgerliche Medien und Einzelpersonen, geschweige denn die, die sich links davon definieren, derart einig, wie bei der Kritik des US-amerikanischen Waffenrechts. Dabei verkennen sie, dass ihre Argumente oft in eklatantem Widerspruch zu ihren sonstigen politischen Konzepten stehen. Die einen imaginieren sich ein vor staatlichen Zugriffen geschütztes Individuum, sind aber nicht bereit, diesem zur tatsächlichen Verteidigung seiner Freihe
itsrechte mehr als das schwammige Widerstandsrecht nach Art. 21 Abs. 4 GG zu gewähren. Die anderen träumen von der Revolution und unterstützen, je nach Couleur, diese oder jene Miliz bzw. Guerilla, sehnen sich dann aber doch wieder nach dem sonst so verhassten staatlichen Gewaltmonopol. Der Vortrag versucht, das liberale Recht auf privaten Waffenbesitz in einen historischen und philosophischen Kontext einzubetten und hierbei die angesprochenen Widersprüche zu verdeutlichen. Abschließend sollen kritische Punkte des liberalen Waffenrechts erörtert werden, ohne dabei in die geläufigen Muster herablassender europäischer Betrachtung zu verfallen.

Fabian Herbolzheimer ist in Bamberg geboren und aufgewachsen, erfuhr hier die Anfänge seiner politischen Sozialisation und studiert zurzeit in Leipzig Soziologie und Kulturwissenschaften.

Ort: Balthasar, Balthasargässchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

fub presents: Donnerstag 10. April . Jens Kussmann: Se­quen­ti­el­le Kunst! Eine theo­rie­ba­sier­te Lie­be­s­er­klä­rung an Co­mics

Nach­dem Co­mics jahr­zehn­te­lang als »Schund­li­te­ra­tur« ver­schrien waren, lässt sich spä­tes­tens seit Mitte der 1990er Jahre ein brei­te­res In­ter­es­se an die­ser Kunst­form aus­zu­ma­chen. Heute fin­den sich Co­mic-​Re­zen­sio­nen in der F.A.Z., be­le­se­ne Rent­ner_in­nen im Co­mi­cla­den und Se­mi­na­re zu gra­fi­scher Li­te­ra­tur in den Vor­le­sungs­ver­zeich­nis­sen von Uni­ver­si­tä­ten. Womit genau hat zu tun, wer von Co­mics spricht? Wie »funk­tio­niert« das Me­di­um? Und was sind ei­gent­lich diese Gra­phic No­vels, die plötz­lich in jedem Buch­la­den be­wor­ben wer­den? Fra­gen über Fra­gen …
Der reich be­bil­der­te Vor­trag wird die Ge­schich­te des Me­di­ums dar­stel­len und in die Grund­zü­ge der Co­mic­theo­rie ein­füh­ren.

Jens Kuß­mann stu­diert(e) in Bam­berg Ger­ma­nis­tik, Po­li­tik­wis­sen­schaf­ten, Ge­schich­te und Mu­sik­päd­ago­gik. 2013 schrieb er seine Zu­las­sungs­ar­beit zum Thema »Bli­cke wie diese … Eine li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit den Po­ten­tia­len gra­fi­scher Li­te­ra­tur im gym­na­sia­len Un­ter­richt«.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei