Archiv für Februar 2014

fub presents: Don­ners­tag, 06.​02. FRANK APUNKT SCHNEI­DER: Litt­le Drum­mer Girl …

A Sen­ti­men­tal Jour­ney into the Sad­ness of Karen Car­pen­ter
Die Ge­schwis­ter Ri­chard und Karen Car­pen­ter waren als die Car­pen­ters die er­folg­reichs­te Band der 1970er. Lange Zeit galt ihre züch­ti­ge und bei­na­he scheue Ge­schwis­ter­mu­sik als Aus­hän­ge­schild des sau­be­ren, wei­ßen Ame­ri­ka – und als fa­mi­li­en­freund­li­cher Ge­gen­ent­wurf zum ex­zes­si­ven Rock. Die zahl­lo­sen Wi­der­sprü­che, aus denen sie kon­stru­iert ist, wur­den erst­mals im Fe­bru­ar 1983 er­ahn­bar, als Karen Car­pen­ter an den Fol­gen ihrer Ma­ger­sucht ver­starb. Mit ihrem Tod ge­riet die Krank­heit Ma­ger­sucht in den Fokus der Öf­fent­lich­keit. Dass Karen Car­pen­ter lange Zeit aber nicht nur Sän­ge­rin der Car­pen­ters war, son­dern auch deren Schlag­zeu­ge­rin, ist heute weit­ge­hend ver­ges­sen. Dabei wäre sie ver­mut­lich sogar die beste Schlag­zeu­ge­rin der Welt ge­we­sen, wenn sie (ab­ge­se­hen von Moe Tu­cker) nicht so­wie­so die ein­zi­ge ge­blie­ben wäre.
Dass die wun­der­schö­ne und doch immer auch merk­wür­dig ge­bro­che­ne Musik der Car­pen­ters schon immer einen kom­ple­xen Dis­kurs über Wahr­heit und Un­wahr­heit des Pop­ver­spre­chens führ­te, ist erst im Zuge ihrer Neu­be­wer­tung auf­ge­fal­len. In den 1990er wur­den die Car­pen­ters von quee­ren Sub­kul­tu­ren wie­der­ent­deckt und ge­wür­digt, weil aus ihrer ver­schlun­ge­nen So­und­dia­lek­tik eine wahre Trau­rig­keit über die ei­ge­ne Un­wahr­heit spricht. Warum sie damit die höchs­te Voll­endungs­stu­fe gro­ßer Pop­kunst dar­stellt, wird der Vor­trag er­klä­ren.

Frank Apunkt Schnei­der ist ty­pi­scher Pop­lin­ker und seit zwei Jahr­zehn­ten ma­ni­scher Fan der Car­pen­ters. 2013 hat er end­lich den Mut ge­fun­den, öf­fent­lich dar­über zu reden. Zu­letzt hat er in der frei­en uni über das Thema »Deutsch­pop halt’s Maul! Für eine Äs­the­tik der Ver­kramp­fung« ge­spro­chen.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei