fub presents: Do 24. April JO­HAN­NA SCHMIDT: Psy­cho­ana­ly­se und Ge­sell­schafts­kri­tik. Eine kri­ti­sche Ein­füh­rung in die Psy­cho­ana­ly­se

Die Ein­wän­de gegen die Psy­cho­ana­ly­se – die meist schon vorab als wi­der­leg­te oder gar lä­cher­li­che Theo­rie ab­ge­tan wird – sind viel­fäl­tig: Sie steht in der Kri­tik, de­ter­mi­nis­tisch, in­di­vi­dua­lis­tisch und an­ti-​fe­mi­nis­tisch zu sein. Ihr wird vor­ge­wor­fen, den Men­schen als not­wen­di­ges Pro­dukt sei­ner Kind­heits­ent­wick­lung zu ver­ste­hen und ge­sell­schaft­li­che Ein­flüs­se auf das In­di­vi­du­um nicht hin­rei­chend ein­zu­be­zie­hen. So­zia­le Phä­no­me­ne lie­ßen sich damit nicht er­klä­ren. Au­ßer­dem kon­zen­trie­re sich die psy­cho­ana­ly­ti­sche Theo­rie auf das Männ­li­che und recht­fer­ti­ge eine In­fe­rio­ri­sie­rung von Weib­lich­keit.
Im Vor­trag sol­len – nach einer kur­zen Er­läu­te­rung psy­cho­ana­ly­ti­scher Grund­an­nah­men – sol­che Mei­nun­gen und Ein­wän­de auf ihre Rich­tig­keit über­prüft und der Frage nach­ge­gan­gen wer­den, in­wie­weit psy­cho­ana­ly­ti­sche Theo­rie für eine Ideo­lo­gie­kri­tik der mo­der­nen Ge­sell­schaft frucht­bar ge­macht wer­den kann.

Jo­han­na Schmidt lebt und stu­diert in Er­lan­gen. Theo­re­tisch steht sie der wert-​ab­spal­tungs-​kri­ti­schen Zeit­schrift EXIT! nahe. Ihre Ar­beits­schwer­punk­te sind fe­mi­nis­ti­sche Kri­tik und Psy­cho­ana­ly­se. Seit 2009 or­ga­ni­siert sie im selbst­ver­wal­te­ten Ju­gend-​ und Kul­tur­zen­trum Er­lan­gen ge­sell­schafts­kri­ti­sche Vor­trä­ge und seit 2011 an der Uni Er­lan­gen Au­to­no­me Se­mi­na­re zu fe­mi­nis­ti­scher Kri­tik, An­ti­se­mi­tis­mus sowie zur Psy­cho­ana­ly­se.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei

fub presents: Donnerstag, 17.4.: FABIAN HERBOLZHEIMER: Konsequente Demokraten statt schießwütiger Idioten. Das US-Amerikanische Waffenrecht

Selten sind sich in Deutschland bürgerliche Medien und Einzelpersonen, geschweige denn die, die sich links davon definieren, derart einig, wie bei der Kritik des US-amerikanischen Waffenrechts. Dabei verkennen sie, dass ihre Argumente oft in eklatantem Widerspruch zu ihren sonstigen politischen Konzepten stehen. Die einen imaginieren sich ein vor staatlichen Zugriffen geschütztes Individuum, sind aber nicht bereit, diesem zur tatsächlichen Verteidigung seiner Freihe
itsrechte mehr als das schwammige Widerstandsrecht nach Art. 21 Abs. 4 GG zu gewähren. Die anderen träumen von der Revolution und unterstützen, je nach Couleur, diese oder jene Miliz bzw. Guerilla, sehnen sich dann aber doch wieder nach dem sonst so verhassten staatlichen Gewaltmonopol. Der Vortrag versucht, das liberale Recht auf privaten Waffenbesitz in einen historischen und philosophischen Kontext einzubetten und hierbei die angesprochenen Widersprüche zu verdeutlichen. Abschließend sollen kritische Punkte des liberalen Waffenrechts erörtert werden, ohne dabei in die geläufigen Muster herablassender europäischer Betrachtung zu verfallen.

Fabian Herbolzheimer ist in Bamberg geboren und aufgewachsen, erfuhr hier die Anfänge seiner politischen Sozialisation und studiert zurzeit in Leipzig Soziologie und Kulturwissenschaften.

Ort: Balthasar, Balthasargässchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

fub presents: Donnerstag 10. April . Jens Kussmann: Se­quen­ti­el­le Kunst! Eine theo­rie­ba­sier­te Lie­be­s­er­klä­rung an Co­mics

Nach­dem Co­mics jahr­zehn­te­lang als »Schund­li­te­ra­tur« ver­schrien waren, lässt sich spä­tes­tens seit Mitte der 1990er Jahre ein brei­te­res In­ter­es­se an die­ser Kunst­form aus­zu­ma­chen. Heute fin­den sich Co­mic-​Re­zen­sio­nen in der F.A.Z., be­le­se­ne Rent­ner_in­nen im Co­mi­cla­den und Se­mi­na­re zu gra­fi­scher Li­te­ra­tur in den Vor­le­sungs­ver­zeich­nis­sen von Uni­ver­si­tä­ten. Womit genau hat zu tun, wer von Co­mics spricht? Wie »funk­tio­niert« das Me­di­um? Und was sind ei­gent­lich diese Gra­phic No­vels, die plötz­lich in jedem Buch­la­den be­wor­ben wer­den? Fra­gen über Fra­gen …
Der reich be­bil­der­te Vor­trag wird die Ge­schich­te des Me­di­ums dar­stel­len und in die Grund­zü­ge der Co­mic­theo­rie ein­füh­ren.

Jens Kuß­mann stu­diert(e) in Bam­berg Ger­ma­nis­tik, Po­li­tik­wis­sen­schaf­ten, Ge­schich­te und Mu­sik­päd­ago­gik. 2013 schrieb er seine Zu­las­sungs­ar­beit zum Thema »Bli­cke wie diese … Eine li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit den Po­ten­tia­len gra­fi­scher Li­te­ra­tur im gym­na­sia­len Un­ter­richt«.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei

fub presents: Don­ners­tag, 06.​02. FRANK APUNKT SCHNEI­DER: Litt­le Drum­mer Girl …

A Sen­ti­men­tal Jour­ney into the Sad­ness of Karen Car­pen­ter
Die Ge­schwis­ter Ri­chard und Karen Car­pen­ter waren als die Car­pen­ters die er­folg­reichs­te Band der 1970er. Lange Zeit galt ihre züch­ti­ge und bei­na­he scheue Ge­schwis­ter­mu­sik als Aus­hän­ge­schild des sau­be­ren, wei­ßen Ame­ri­ka – und als fa­mi­li­en­freund­li­cher Ge­gen­ent­wurf zum ex­zes­si­ven Rock. Die zahl­lo­sen Wi­der­sprü­che, aus denen sie kon­stru­iert ist, wur­den erst­mals im Fe­bru­ar 1983 er­ahn­bar, als Karen Car­pen­ter an den Fol­gen ihrer Ma­ger­sucht ver­starb. Mit ihrem Tod ge­riet die Krank­heit Ma­ger­sucht in den Fokus der Öf­fent­lich­keit. Dass Karen Car­pen­ter lange Zeit aber nicht nur Sän­ge­rin der Car­pen­ters war, son­dern auch deren Schlag­zeu­ge­rin, ist heute weit­ge­hend ver­ges­sen. Dabei wäre sie ver­mut­lich sogar die beste Schlag­zeu­ge­rin der Welt ge­we­sen, wenn sie (ab­ge­se­hen von Moe Tu­cker) nicht so­wie­so die ein­zi­ge ge­blie­ben wäre.
Dass die wun­der­schö­ne und doch immer auch merk­wür­dig ge­bro­che­ne Musik der Car­pen­ters schon immer einen kom­ple­xen Dis­kurs über Wahr­heit und Un­wahr­heit des Pop­ver­spre­chens führ­te, ist erst im Zuge ihrer Neu­be­wer­tung auf­ge­fal­len. In den 1990er wur­den die Car­pen­ters von quee­ren Sub­kul­tu­ren wie­der­ent­deckt und ge­wür­digt, weil aus ihrer ver­schlun­ge­nen So­und­dia­lek­tik eine wahre Trau­rig­keit über die ei­ge­ne Un­wahr­heit spricht. Warum sie damit die höchs­te Voll­endungs­stu­fe gro­ßer Pop­kunst dar­stellt, wird der Vor­trag er­klä­ren.

Frank Apunkt Schnei­der ist ty­pi­scher Pop­lin­ker und seit zwei Jahr­zehn­ten ma­ni­scher Fan der Car­pen­ters. 2013 hat er end­lich den Mut ge­fun­den, öf­fent­lich dar­über zu reden. Zu­letzt hat er in der frei­en uni über das Thema »Deutsch­pop halt’s Maul! Für eine Äs­the­tik der Ver­kramp­fung« ge­spro­chen.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei

fub presents: Don­ners­tag, 30.​ Januar. CHRIS­TOPH KLEIN: Karl Marx’ Ideo­lo­gie­kon­zept – Eine Un­ter­su­chung

Die Rede über Ideo­lo­gie er­scheint ge­gen­wär­tig pa­ra­dox: Ei­ner­seits wird ve­he­ment das Ende aller Ideo­lo­gie pos­tu­liert, gar das nach­i­deo­lo­gi­sche Zeit­al­ter, von den aka­de­mi­schen und po­li­ti­schen Em­po­ren aus­ge­ru­fen. Ideo­lo­gie ver­weist in die­sem Fall auf die Ver­gan­gen­heit, auf etwas, was nicht mehr in un­se­re Zeit passt und was auf die Ide­en­müll­hal­de der Ge­schich­te ge­hört. So vage die Be­deu­tung des Be­griffs dabei auch bleibt, kön­nen doch ei­ni­ge immer wie­der­keh­ren­de Kon­tu­ren, im Lich­te des Ver­wen­dungs­zu­sam­men­hangs iden­ti­fi­ziert wer­den: ideo­lo­gisch sind Sach­ver­hal­te, wenn sie irr­tums­schwan­ger die Rea­li­tät ent­stel­len und die Men­schen so zum Übel ver­füh­ren. An­de­rer­seits ist die An­kla­ge ideo­lo­gisch zu spre­chen auch heute weder sel­ten noch wir­kungs­los. Sie kann als dis­kur­si­ve Pra­xis das Richt­schwert sein über Wahr­heit und Täu­schung; kann die Gren­ze set­zen zwi­schen Ge­mein­wil­len und Dem­ago­gie und dar­über den Geg­ner ins Ab­seits stel­len. Der häu­fi­ge Ge­brauch des für ob­so­let er­klär­ten Be­griffs wirkt je­doch alles an­de­re als ent­kräf­ti­gend. Blickt man ge­nau­er hin, wird deut­lich, dass die­ser Wi­der­spruch tat­säch­lich das Funk­ti­ons­prin­zip der An­kla­ge ist. So nährt sich der Ver­dacht, die sich ideo­lo­gie­frei wäh­nen­de Rede könne selbst jenen ver­gan­gen ge­glaub­ten Irr­tü­mern, also der Ideo­lo­gie auf­lie­gen, dass das Zeit­al­ter der Ideo­lo­gi­en noch lange nicht vor­bei sein. Dies gibt An­lass, zu­rück zu gehen und den Be­griff bei einem der wohl wir­kungs­mäch­tigs­ten Per­so­nen zu un­ter­su­chen, die ihn mit­ge­prägt haben: Karl Marx. Der Vor­trag be­zweckt Mar­xens Ideo­lo­gie­kon­zept zu ex­pli­zie­ren, dabei even­tu­el­le Pro­ble­me of­fen­zu­le­gen und in den Ge­samt­zu­sam­men­hang sei­ner Ge­sell­schafts­theo­rie ein­zu­ord­nen.

Chris­toph Klein ›stu­diert‹ ak­tu­ell in Bam­berg So­zio­lo­gie, po­li­ti­sche Theo­rie sowie (lei­der viel zu wenig) Phi­lo­so­phie. Zu­letzt hat er in der frei­en uni über das Thema »Was ist ei­gent­lich so ›kri­tisch‹ an der Kri­ti­schen Theo­rie?« ge­spro­chen.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei

fub presents: Donnerstag 23. Januar. FRANK SCHELLENBERG: Universalismus und Partikularismus im (Ge)denken an die Schoa

Eine Frage, an der sich viele Debatten über die Deutung der nationalsozialistischen Massenvernichtung der europäischen Juden entzünden, betrifft die Gewichtung der universalistischen und der partikularistischen Perspektive. Selbige, antagonistisch anmutenden Deutungsmuster schlagen sich bereits in den unterschiedlichen Begriffen nieder und spielen eine entscheidende Rolle für Fragen der Repräsentation und des Gedenkens sowie möglicher Implikationen und ›Lehren‹. Dass sich die beiden Perspektiven jedoch keineswegs ausschließen, dass sie vielmehr zusammengedacht werden müssen, zeigte bereits Adorno und wird auch heute kaum ernsthaft bestritten. Dennoch gibt es in den Diskursen der verschiedenen Gruppen, Länder und Regionen klare Unterschiede in der Gewichtung.
Im Vortrag sollen zunächst die beiden Deutungsmuster und ihre Implikationen einführend dargestellt werden. Anschließend soll kurz auf die Bedeutung der Gedächtnisikone Auschwitz für die Herausbildung einer deutschen und israelischen wie auch einer europäischen oder westlichen Identität eingegangen werden. Am Ende soll die Frage stehen, inwieweit die partikularistische Perspektive und die Elemente kollektiver Gedächtnisse den Anschluss außereuropäischer Gesellschaften an diese Erinnerungskultur behindern und andererseits inwieweit der Universalisierung des Gedenkens bereits die Gefahr seiner Aushöhlung und der Relativierung des Verbrechens immanent ist.

Frank Schellenberg hat in Bamberg studiert und in der freien uni zuletzt über essentialistische Religionskritik und über die arabische Perzeption des Nationalsozialismus gesprochen.

fub presents: Zwei „Raum“ füllende Abende (haha). Mi 15. und Do 16. Januar. Günzel und Dudek

Mitt­woch, 15.​01.
STE­PHAN GÜN­ZEL:
Hei­mat? – Raum!

Aus­ge­hend von der Frage nach dem ak­tu­el­len In­ter­es­se für den As­pekt Raum in den ver­schie­dens­ten Ge­bie­ten der Kul­tur und Wis­sens­pro­duk­ti­on geht der Vor­trag auf die An­fän­ge des so­ge­nann­ten Spa­ti­al Turn ein und be­leuch­tet im Nä­he­ren kri­tisch die orts­be­zo­ge­nen Kon­zep­tio­nen einer Phi­lo­so­phie der Hei­mat, die sich zu­meist gegen die Ka­te­go­rie des Rau­mes aus­spre­chen.

Dr. Ste­phan Gün­zel ist Pro­fes­sor für Me­dien­theo­rie an der Ber­li­ner Tech­ni­schen Kunst­hoch­schu­le (btk) und Gast­do­zent für Phi­lo­so­phie an der Uni­ver­si­tät Kla­gen­furt; bis 2011 war er Ko­or­di­na­tor des Zen­trums für Com­pu­ter­spiel­for­schung an der Uni­ver­si­tät Pots­dam. Neu­es­te Er­schei­nun­gen sind u. a.: Egoshoo­ter. Das Raum­bild des Com­pu­ter­spiels (2012) und Raum/Bild. Zur Logik des Me­dia­len (2012). Zu­letzt hat Ste­phan Gün­zel in der frei­en uni über das Thema »Post­struk­tu­ra­lis­mus und Kri­ti­sche Theo­rie« ge­spro­chen.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei

Don­ners­tag, 16.​01.
SIMON DUDEK:
Ever­y­thing you al­ways wan­ted to know about space & place but were af­raid to ask … Raumideo­lo­gi­en im 20. Jahr­hun­dert
Der Be­griff des Raums ist ein wie­der­keh­ren­des Motiv in allen denk­ba­ren aka­de­mi­schen Dis­zi­pli­nen. Die ent­spre­chen­den Raum­kon­zep­te un­ter­lie­gen indes einem ste­ti­gen Wan­del. Vom »Volk ohne Raum« bis zu Sa­mu­el Hun­ting­tons »Kul­tur­krei­sen« ist es die Wis­sen­schaft, die als Ideo­lo­gie­lie­fe­rant für die Raum­vor­stel­lun­gen in Ge­sell­schaft und Po­li­tik fun­giert. Gleich­zei­tig ent­wi­ckeln sich auch ab­seits des wis­sen­schaft­li­chen Fel­des Raum­se­man­ti­ken, die his­to­risch von »Him­mel und Hölle« über die Raum­de­ckung im mo­der­nen Fuß­ball bis zur Rede von den »fau­len Süd­län­dern« in der ak­tu­el­len Wäh­rungs­kri­se rei­chen. Doch wel­cher Raum ist je­weils ge­meint? Wel­che At­tri­bu­te wer­den ihm zu­ge­schrie­ben? Und wann hört die Dis­kus­si­on um den Raum auf, un­ter­kom­plex zu sein?
Der Vor­trag bie­tet einen Über­blick über die gro­ßen Pa­ra­dig­men­wech­sel der Raum­kon­zep­te und zeigt an­hand il­lus­trer Bei­spie­le die Ge­fahr wis­sen­schaft­li­cher Be­griffs­de­fi­ni­tio­nen auf.

Simon Dudek hat zum Zeit­punkt des Vor­trags (hof­fent­lich) sei­nen Uni­ver­si­täts­ab­schluss. In der frei­en uni hat er zu­letzt über po­li­ti­sche Phi­lo­so­phie in der Fern­seh­se­rie South Park ge­spro­chen.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei

fub presents: Don­ners­tag, 09.​01. ELMAR RIE­GER: Über China. An­mer­kun­gen der So­zio­lo­gie

Wel­che Ge­sichts­punk­te hat die So­zio­lo­gie, um den Auf­stieg Chi­nas in der Welt­wirt­schaft, der Welt­po­li­tik und der Welt­ge­sell­schaft ver­ständ­lich zu ma­chen? Wel­che Leis­tungs­fä­hig­keit hat die Kom­pa­ra­ti­ve Ma­kro­so­zio­lo­gie, wenn es um ein tie­fe­res Ver­ständ­nis der be­son­de­ren ge­sell­schafts­po­li­ti­schen Kon­stel­la­ti­on des post­re­vo­lu­tio­nä­ren Chi­nas geht: die au­ßen­wirt­schaft­li­che Öff­nung und die Ein­füh­rung von Markt­wirt­schaft und Ka­pi­ta­lis­mus unter den po­li­ti­schen Be­din­gun­gen eines Herr­schafts­mo­no­pols der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei?

Elmar Rie­ger ist Pro­fes­sor für So­zio­lo­gie an der Ot­to-​Fried­rich-​Uni­ver­si­tät Bam­berg. Zu­letzt hat Elmar Rie­ger in der frei­en uni über das Thema »Bil­dungs­be­griff und Bil­dungs­po­li­tik. Ein­las­sun­gen zur Hoch­schul­po­li­tik« ge­spro­chen.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei

fub presents: Donnerstag 19. Dezember 2013. CHRIS WIL­PERT UND FRANK APUNKT SCHNEI­DER: »Tran­szen­denz – Aus­weg, Flucht­weg, Holz­weg?« Vor­stel­lung der test­card #23

»Die zwei­te Hälf­te des Him­mels könnt ihr haben / Doch das Hier und das Jetzt, das be­halt’ ich«, san­gen die Fehl­far­ben 1980. Pop gilt als das In­ner­welt­lichs­te und Im­ma­nen­tes­te über­haupt. Trotz­dem gab es dort immer schon Jen­seits-​Be­zü­ge und -​Dis­kur­se: Die Selbst­wahr­neh­mung bzw. -​ver­mark­tung ein­zel­ner Ak­teur_in­nen als »In­stru­ment Got­tes« oder als »Pop­göt­t_in­nen«; der »Ever­green« und das »Un­sterb­lich­wer­den« usw. Ex­pli­zi­te Tran­szen­denz-​Be­we­gun­gen im Free Jazz, im Afro­fu­tu­ris­mus oder in der »Welt­mu­sik« wurde bis­wei­len vom be­we­gungs­lin­ken Lager kri­ti­siert. Er­fah­run­gen von All­tags-​Tran­szen­denz (»Ab­fah­ren«, »Aus­klin­ken«, »Weg­drif­ten«) durch Pop er­schie­nen ihm un­ver­ein­bar mit auf­klä­re­ri­schem Sä­ku­la­ris­mus und in der Wir­kung kon­ter­re­vo­lu­tio­när. test­card #23 wid­met sich dem Pro­blem und der Mög­lich­keit der Tran­szen­denz durch Pop und un­ter­sucht den hei­li­gen Ernst im Pop mit un­hei­li­ger Neu­gier. Die Re­dak­teur_in­nen Chris Wil­pert und Frank Apunkt Schnei­der wer­den in ent­spann­ter vor­weih­nacht­li­cher At­mo­sphä­re (feat. Plätz­chen und Hör­bei­spie­len) durch die ak­tu­el­le Aus­ga­be füh­ren …

test­card ist eine An­tho­lo­gie zu Pop­ge­schich­te und Po­p­theo­rie und er­scheint seit 1995 im Ven­til Ver­lag.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei

fub presents: Donnerstag 12. Dezember. JUS­TIN MON­DAY: Wie neo­li­be­ral war der Neo­li­be­ra­lis­mus?


Vor dem Herbst 2008 glaub­ten weite Teile der Lin­ken, sie hät­ten es mit einem ent­staat­lich­ten, neo­li­be­ra­len »Tur­bo­ka­pi­ta­lis­mus« zu tun. Für kurze Ir­ri­ta­ti­on sorg­te dann die An­ti-​Kri­sen­po­li­tik. War das noch neo­li­be­ral? Die­ser Ir­ri­ta­ti­on konn­te noch ein­mal mit der Be­haup­tung be­geg­net wer­den, der Neo­li­be­ra­lis­mus sei eben das au­to­ri­tä­re Pro­jekt he­ge­mo­nia­ler Staa­ten. Das käme der his­to­ri­schen Wahr­heit näher als die lange Zeit do­mi­nan­te Vor­stel­lung sei­ner Staats­fer­ne, würde nicht zu­gleich dar­auf be­harrt, der Be­griff ›neo­li­be­ral‹ könne die ge­sell­schaft­li­chen oder auch nur die po­lit­öko­no­mi­schen Ver­hält­nis­se seit den 1980er-​Jah­ren in allen we­sent­li­chen As­pek­ten er­fas­sen. Da­ge­gen soll an­hand der Ent­ste­hung der neo­li­be­ra­len Theo­rie in Re­ak­ti­on auf die Welt­wirt­schafts­kri­se 1929 und von deren Re­la­ti­on zur Wirt­schafts­po­li­tik des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus deut­lich ge­macht wer­den, dass seine we­sent­li­chen Merk­ma­le aus an­ti­li­be­ra­len Quel­len stam­men, die in der ak­tu­el­len Krise wie­der prä­sent sind.

Jus­tIn Mon­day ver­öf­fent­licht zum Thema u. a. in kon­kret, Exit!, Pha­se2 und Jung­le World.

Ort: Bal­tha­sar, Bal­tha­s­ar­gäss­chen 1 (zwi­schen Schran­ne und Kaul­berg)
Be­ginn: 20:00
Ein­tritt: frei



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